
Magnetresonanztomographie
Prostata-MRT (mpMRT)
Ein erhöhter PSA-Wert allein sagt wenig. Die multiparametrische MRT zeigt, wo genau man hinschauen muss – und ob eine Gewebeentnahme überhaupt nötig ist.
1Grundlage
Was eine Prostata-MRT ist
Die multiparametrische Prostata-MRT (mpMRT) ist strahlungsfrei und schmerzfrei. Sie stellt die Prostata in mehreren Kontrastebenen dar und ordnet Gewebeveränderungen nach dem international standardisierten PI-RADS-System ein.
T2-Wichtung
Zeigt Form und innere Architektur der Prostata. Tumorgewebe stört das typische Muster.
Diffusion
Misst die Zelldichte. Tumore wachsen dichter als gesundes Gewebe.
Kontrastmittel-Dynamik
Erfasst die Durchblutung über die Zeit. Tumore reichern stärker an.
2PI-RADS
Was der Befund bedeutet
Das Ergebnis wird in fünf Stufen eingeordnet. Daraus leitet die Urologie das weitere Vorgehen ab:
PI-RADS 1 bis 3
In der Regel keine Biopsie. Je nach Gesamtbild wird kontrolliert statt punktiert.
PI-RADS 4 und 5
Hier wird meist biopsiert – dann aber gezielt auf das auffällige Areal.
Ohne Kontrastmittel
Rund 15 Minuten. Man spricht dann von einer biparametrischen MRT (bpMRT).
Mit Kontrastmittel
Rund 25 Minuten für die vollständige multiparametrische Beurteilung.
3Anlass
Wann die Untersuchung sinnvoll ist
Bei erhöhtem oder ansteigendem PSA-Wert, auffälligem Tastbefund, vor einer geplanten Biopsie, bei unklarem Vorbefund, zur Verlaufskontrolle unter aktiver Überwachung sowie zur Operationsplanung.
Die EAU-Leitlinie und die S3-Leitlinie Prostatakarzinom empfehlen die mpMRT heute vor der Biopsie.
4Ablauf
So läuft der Termin ab
4 Stunden nüchtern
Bitte 4 Stunden vor dem Termin nichts essen. Sonst ist keine Vorbereitung nötig: kein Abführen, keine Spritzen in den Enddarm, keine Sedierung.
Venöser Zugang
Für das Kontrastmittel wird ein Zugang am Arm gelegt – ein kurzer Piks.
Entspannt auf dem Rücken
Sie liegen bequem. Die KI-Bildrekonstruktion verkürzt die Messzeit spürbar.
Befund binnen eines Werktags
Besprochen mit Ihrer urologischen Praxis.
5Qualität
Q2-Zertifizierung
Wir befunden nach dem Qualitätsstandard Q2 Prostata-MRT der Deutschen Röntgengesellschaft – der höchsten in Deutschland verfügbaren Stufe. Sie setzt eine hohe Untersuchungszahl und laufende externe Qualitätskontrolle voraus.
6Technik
1.5 Tesla mit KI-Unterstützung
Wir untersuchen an einem hochauflösenden 1.5-Tesla-System. Die KI unterstützt bei Bildschärfe, Rauschunterdrückung und Läsionsdetektion – kürzere Messzeiten bei höherer Genauigkeit. Für die Bildanalyse setzen wir Systeme der deutschen Firma mediaire ein.
7Vorteil
Die gezielte Biopsie
Die mpMRT macht aus der Gewebeentnahme einen gezielten Eingriff: Sie zeigt vorab, wo das verdächtige Areal liegt, sodass genau dort punktiert wird.
Gezielt punktieren
Verdächtige Areale werden vorab lokalisiert und dann gezielt angesteuert.
Weniger Eingriffe
Studien zeigen eine Reduktion unnötiger Gewebeentnahmen um bis zu 50 %.
Höhere Treffsicherheit
Der Biopsie ohne MRT-Vorbefund diagnostisch deutlich überlegen – bei geringerer Belastung.
8Kosten
Wer die Untersuchung bezahlt
Die Prostata-MRT ist eine Selbstzahlerleistung und Leistung der privaten Krankenversicherung. Gesetzliche Kassen übernehmen sie regulär nicht.
Ausnahme: Einzelne gesetzliche Kassen haben Selektivverträge dafür, darunter die DAK und mehrere Betriebskrankenkassen. Sprechen Sie Ihre Krankenkasse darauf an – es lohnt sich, vorher nachzufragen.
9Netzwerk
Interdisziplinäre Zusammenarbeit
Wir stehen in engem fachlichem Austausch mit urologischen Praxen und Prostatazentren in der Region. Auffällige Befunde besprechen wir im interdisziplinären Konsil, sodass Diagnostik und Therapieplanung nahtlos ineinandergreifen.
Häufige Fragen
Ist die Untersuchung schmerzhaft?
Wer bezahlt die Untersuchung?
Wie lange dauert die Untersuchung?
Ist Kontrastmittel notwendig?
Muss ich mich vorbereiten?
Wann liegt der Befund vor?
Noch Fragen?
Rufen Sie uns an, wenn etwas unklar ist.